Produktion

Die Kaschmirwolle (auch bekannt als Cashmere) ist eine feine und sehr weiche Faser, welche zum Ende des Winters durch Kämmen aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen wird. Die Gattung der Kaschmirziegen mit ihren etwa 20 Rassen kommt in den Farbschlägen Weiß, Grau, Braun oder Schwarz vor.

Die Haare sollten möglichst fein, lang, gekraust und hell sein. Von Natur aus helle Haare liefern die besten Färbe-Ergebnisse bei gleich bleibender Qualität.

Wichtigste Erzeugerländer sind China, die Mongolei und das mittelasiatische Hochland.

Heute wird nur noch wenig Rohware aus der indischen Provinz Kashmir geliefert, von der das Kaschmir seinen Namen hat.

Der Lebensraum der Kaschmirziege erstreckt sich vorwiegend über Hochplateaus in 4500m Höhe. Die Ziegen fühlen sich dort bei Temperaturen von bis zu Minus 35 Grad wohl. Je höher gelegen und je kälter die Weideplätze sind umso mehr Unterwolle wird produziert und desto hochwertiger ist dessen Vlies.

Es gibt unterschiedliche Kaschmirqualitäten.

In China unterscheidet man zwischen 5 Qualitätsstufen des reinen Cashmeres (in China auch Pashmina genannt).

Die hochwertigste Faser hat eine Feinheit von 0,0145 mm Durchmesser und ist 35 bis 50mm lang.

Mindere Qualitäten haben kürzere Fasern die vermehrt zur Knötchenbildung (Pilling) neigen und weniger Spannkraft besitzen.

Daraus wird preisgünstige aber auch minderwertige Ware hergestellt.

Kaschmir ist eine der wertvollsten und teuersten Naturfasern und deshalb sehr rar. Pro Tier werden jährlich ca. 120 bis 170 Gramm Rohwolle gewonnen, die Heute meist maschinell von den Oberhaaren (Grannen) gereinigt werden muss.

Für einen Pullover z.B. braucht es den Flaum von sechs weiblichen oder drei männlichen Kaschmirziegen.

40 Millionen Kaschmirziegen gibt es weltweit, demzufolge könnten etwa 6,6 Millionen Pullover jährlich hergestellt werden.

Im Handel gibt es jedoch wesentlich mehr.

Daraus wird ersichtlich das bei der Vielzahl an Angeboten auf dem Markt nicht alles reines und hochwertiges Cashmere sein kann, das als solches ausgezeichnet wird.

Leider ist der Name Cashmere / Pashmina nicht geschützt und man bekommt auch weniger hochwertige Artikel die mit diesem Namen ausgezeichnet sind.

Oft werden dem reinen Kaschmir weniger edle Naturfasern beigemischt und diese mit Silikonen oder anderen chemischen Weichmachern überzogen. Oder es werden kürzere Rohfasern zum verspinnen verwendet.

Man merkt erst nach mehrmaligem Tragen und Waschen den wahren Charakter einer weniger hochwertigen Qualität.

In Deutschland muss ein ausschließlich mit Kaschmir bezeichnetes Produkt einen Anteil von mindestens 85 % an Kaschmirfasern beinhalten.

Nur Waren aus reiner Kaschmirwolle dürfen die Bezeichnung 100 % Kaschmir tragen.

100% Cashmere auf einem Etikett sagt jedoch wenig über die Qualität des Rohstoffes aus, den es in 5 verschiedenen Qualitätsstufen gibt.

Der Verkaufspreis richtet sich idealerweise nach der Qualität der Wolle. Hochwertiges Cashmere kann nicht billig sein!